Der Straßburger Justizpalast, eines der schönsten Gerichtsgebäude Frankreichs

03. Februar 2017< Retour à la liste
Straßburger Justizpalast

Ein denkmalgeschützter architektonischer Schatz

Der zum historischen Erbe der Stadt Straßburg zählende  Justizpalast aus dem 19. Jahrhundert ist ein Vermächtnis der deutschen Besetzung während der Zeit des Deutschen Kaiserreichs. Die 1897 von Skjöld Neckelmann entworfene Architektur dieses Gebäudes verkörpert den wilhelminischen Stil. Seine Lage inmitten der Neustadt ist auf den politischen Kontext der damaligen Zeit zurückzuführen. Dieses Straßburger Viertel, die sogenannte Neustadt, wurde von den Deutschen erbaut, um dort die neuen Verwaltungsbehörden der Stadt einzurichten.

Mehrere äußere Gebäudeelemente stehen unter Denkmalschutz, wie zum Beispiel die Hauptfassade und ihre zwei Säulen, die Umzäunung des Hofes, das Dach und die anderen Fassaden. Im Inneren des Gebäudes stehen die Wandelhalle mit ihren Treppen und Galerien, der Gerichtssaal und seine Verzierungen sowie die Eingangshalle ebenfalls unter Denkmalschutz.

Der Justizpalast war erbaut worden, um das ehemalige Straßburger Gericht zu ersetzen und viele Jahre lang befanden sich das Schwurgericht, das Amtsgericht und das Landgericht unter einem Dach. Mittlerweile ist das Amtsgericht in die Rue du Fossé des Treize im gleichen Viertel umgezogen.

Ein Großprojekt

Mit der Renovierung des Justizpalastes durch das spanische Architekturbüro Garcés - De Seta - Bonet wurden der historische Charakter dieses Kulturerbes bewahrt und das Gebäude unter Berücksichtigung der Aspekte Sicherheit, Zugänglichkeit und Modernität saniert. Ein Gebäude, das nunmehr den funktionalen Bedürfnissen des 21. Jahrhunderts gerecht wird.
 
Die sensible Architektur des Justizpalastes wurde respektiert und bewahrt. So betrafen die Arbeiten vor allem das Innere des Gebäudes: Restaurierung des historischen Erbes, Sanierung von über 12.000 m², Schaffung einer 3. Etage und einer teilweisen 4.Etage und Neubau eines zentralen Hofes.
 
In dieses Projekt, 2012 vom Justizministerium initiiert und von der Agence Publique pour l‘Immobilier de la Justice (APIJ) in Auftrag gegeben, wurden insgesamt 63,2 Millionen Euro  investiert. 4,25 Millionen Euro davon wurden von der Stadt Straßburg finanziert.
 
Die Arbeiten begannen im Juni 2014 und kamen am 8. Dezember 2016 mit der Übergabe der Schlüssel an die APIJ zum Abschluss. Für dieses Vorzeigeprojekt der Stadt Straßburg wurden sowohl die Termine als auch das Budget eingehalten.

Beteiligung der Straßburger Jugend

Im Oktober 2015 organisierten Straßburger Schulen und Vereine die Aktion „Parcours de Justice“ in Form von kreativen Workshops. Die Schüler des Viertels malten an verschiedenen Orten der Stadt Fresken, Triptychons und andere Wanddekorationen. Alle Werke zusammen bildeten einen Parcours zwischen der Schoepflin-Schule und dem Ciarus, der über das Cabinet Pont de Pierre, den Gerichtshof und die Bauzäune der Gerichtsbaustelle führte.

Die Schüler der ORT-Schule und die Jugendlichen des Kulturzentrums Fossé des Treize waren mit der Gestaltung eines Logos für das Landgericht beauftragt worden. Über dreißig Logos wurden im Ciarus ausgehängt.

Eine schöne Einführung in die bildenden Künste, um die Justiz in der Stadt mit Leben zu erfüllen. Für diese Jugendlichen war dies auch eine Gelegenheit, um über das Konzept der Gerechtigkeit im eigentlichen Sinne nachzudenken.

Inbetriebnahme des Justizpalastes

Nach ihrer Unterbringung in provisorischen Räumen während der Dauer der Arbeiten, werden das Schwurgericht und das Landgericht Straßburg Ende Februar 2017 wieder ihr Quartier beziehen.
 
Diese Renovierung verbessert die Arbeitsverhältnisse des Personals und die Bedingungen für den Publikumsverkehr und sorgt gleichzeitig für eine neue Dynamik des Gerichtserbes der Neustadt, mit dem  Verwaltungsgericht, dem Amtsgericht, dem Landgericht, dem Schwurgericht, dem Arbeitsgericht sowie zahlreichen Anwaltskanzleien.

Entdecken Sie diesen herrlichen neuen Straßburger Architekturkomplex in unmittelbarer Nähe des Ciarus !
 

CIARUS

7 Rue Finkmatt
F-67000 Strasbourg
+33 (0)3 88 152 788

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