Die Neustadt wird bald UNESCO-Weltkulturerbe

22. März 2017< Retour à la liste

Eine von den Weltkriegen geprägte multikulturelle Geschichte

Der Bau der Neustadt geht auf die erste Annexion von Elsass-Lothringen durch das Deutsche Reich im Jahre 1871 zurück. Sie machte die Vergrößerung der Stadt notwendig, um Platz für die neuen, hauptsächlich aus Deutschland stammenden Einwohner zu schaffen. Die Neustadt grenzt im Norden an das historische Viertel von Straßburg. Sie erstreckt sich vom Place d‘Haguenau bis zum Place d‘Islande und umfasst den Park der Orangerie und den Straßburger Bahnhof.

Damals bestand der Wille, eine „neue Stadt“, die Hauptstadt des Reichslands Elsass-Lothringen zu bauen. So entstanden die schönsten Straßburger Gebäude, die noch heute stehen: Der Palais du Rhin (Reinpalast), die Präfektur, das Lycée des Pontonniers, die Eglise Saint-Paul (Paulskirche) und die Eglise Saint-Pierre Le Jeune (Jung St. Peter Kirche), das Nationaltheater Straßburg, die städtische Badeanstalt, das Observatorium und der botanische Garten.  

Endlose, von Bäumen gesäumte Avenuen geben dem Viertel seine Struktur: Avenue des Vosges, Avenue de la Liberté oder auch die Avenue de la Forêt Noire. Die Neustadt birgt zahlreiche grüne Oasen wie den Park der Orangerie, den Parc du Contades, den Garten der Universität und den botanische Garten.

Die Neustadt ist eines der schönsten Erben des deutschen Kaiserstils, der noch heute präsent ist. In Deutschland wurde dieser architektonische Stil im Zuge der Bombardierungen des zweiten Weltkriegs gänzlich ausgelöscht.

Ein reiches architektonisches Erbe

Die Neustadt wartet mit einer Vielfalt an architektonischen Stilen auf, die den Charme dieses historischen Viertels ausmachen. So stehen Jugendstilgebäude neben neoklassizistischen Bauten, am Place de la République zeigen der Rheinpalast und die Universitäts- und Nationalbibliothek die Architektur der deutschen Neo-Renaissance.
Die städtische Badeanstalt am Boulevard de la Victoire ist ein wunderbares Beispiel des deutschen Jugendstils. Und auf keinen Fall darf man die Paulskirche vergessen, die ein Symbol des  gotischen Stils ist.

Der Justizpalast dagegen ist in einem relativ gemischten Stil gehalten. Seine Architektur ist von der italienischen Renaissance inspiriert und diverse Elemente, wie das Akroterion, der Portikus oder auch die Allegorie der Gerechtigkeit mit Waage und Schwert verweisen auf das antike Griechenland.

Unesco-Weltkulturerbe, ein wahrlich verdienter Titel

Die Stadt Straßburg und das Ministerium für Kultur haben eine Bewerbung für die Aufnahme der Neustadt in das Unesco-Weltkulturerbe eingereicht. Das Projekt „De la Grande Île à la Neustadt“ (von der großen Insel zur Neustadt) soll dieses Viertel, das für die Geschichte der Stadt sehr wertvoll ist, schützen. Die Antwort auf diese Bewerbung wird im Juli 2017 erwartet. Zahlreiche Touristen und Straßburger unterstützen die Bewerbung der Neustadt für die Aufnahme in das Unesco-Weltkulturerbe.

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Bildnachweis : © Claude Truong-Ngoc / Wikimedia Commons

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